Die Thomaskirche

Dachstuhlkonstruktion

Ein historisch und kulturell bedeutsames Bauwerk

Mit 63 Winkelgraden Neigung zählt das Dach der Thomaskirche in Leipzig zu den steilsten historischen Spitzgiebeldächern Deutschlands. Bei einer lichten Weite zwischen den Längsfundamenten des Kirchenschiffs von rund 25 Metern ergibt sich aus diesen Maßen eine Höhe der Dachkonstruktion von 7 Etagen, also mehr als 25 Meter.

Als ich vergangenes Jahr im Rahmen einer öffentlichen Führung über mehr als 220 Stufen des Turms bis auf das sogenannte Tambour in ca. 60 Metern Höhe das erste Mal in meinem Leben Zugang zu diesem Raum hatte, fragte ich mich spontan, wie Zimmerleute im 16. Jh., als diese Konstruktion über dem Kirchenschiff so erstmalig aufgebaut wurde, diese Arbeit bewältigen konnten?
Der wahrlich gigantische Innenraum der Dachkonstruktion ist höher als das Kirchenschiff selbst!

Ungünstige Voraussetzungen

Trotz recht schwieriger Licht- und Beleuchtungsverhältnisse musste ich beim Anblick dieses Raumes und der sich aus der Holzkonstruktion ergebenden Struktur nahezu zwanghaft zur Kamera greifen und einige Aufnahmen versuchen.

Nach Rückkehr an meinen Arbeits-PC war die Darstellung der RAW-Dateien am Monitor ernüchternd. Dennoch hatte ich da schon eine ziemlich klare Vorstellung, wie mein aus einer Aufnahme entwickeltes Darpanagram aussehen sollte. Nach einigen Anläufen gelang es mir mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln der Bildbearbeitung ein m.E. vertretbares Bild als Ausgangsmaterial für mein Darpanagram zu gewinnen.

Nicht nur J. S. Bach …

In der Zwischenzeit hatte ich noch einige Detailinformationen zur Thomaskirche zusammengetragen. Unter anderem die mir bemerkenswerte Tatsache, dass Martin Luther 1539 hier gepredigt hat und nicht nur 11 der insgesamt 13 Kinder des J. S. Bach in dieser Kirche getauft wurden, sondern auch Karl Liebknecht und als Paten im Taufbuch Friedrich Engels und Karl Marx vermerkt sind.

Assoziative Verknüpfungen auf mehreren Ebenen

Daraus entstand in mir die Idee, als Grundmuster für das fertige Bild eine Achtelteilung zu wählen als Hinweis auf die traditionelle Form des Taufbeckens in christlichen Kirchen. Das bot sich auch insofern an, als aus der Achtelteilung sich auch eine Kreuzform als weiterer Bezug auf die Thomaskirche als christlich-kultureller Kristallisationspunkt erzeugen lässt.

Auch wenn das Ursprungsbild selbst keinen unmittelbaren Hinweis auf seinen kirchlichen Bezug aufweist, suchte ich nach einem Bildausschnitt, der zumindest einen assoziativen ’Link‘ dazu enthalten könnte. Den fand ich dann tatsächlich in der seriellen Anordnung der Beleuchtungskörper an den Querbalken und deren Beleuchtung. Damit entsteht eine Andeutung, die an perspektivische Darstellungen von Säulen eines Kirchenschiffs erinnert.


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