Farbe, Licht und Räumlichkeit

Architekturdetail einer Ausstellungshalle

Architektur 

Als Studiengang ist die Architektur zumeist an Technischen Hochschulen angesiedelt. Ohne eine weitere Definition versuchen zu wollen geht es in unserem alltagssprach-lichen Verständnis von Architektur um das Beherrschen sämtlicher Fähigkeiten, Behaus-ungen für Menschen und andere Funktionsräume so planen, konstruieren und errichten zu können, dass wir unser Leben auch unter erschwerten Bedingungen wie Kälte, Hitze, Sturm etc. über lange Zeiträume sicher und verlässlich einrichten und führen können.
Aus ähnlichen Überlegungen kam schon Vitruv, der bedeutendste Architekturtheore-tiker der klassischen (europäischen) Antike ein Jh. vor unserer Zeitrechnung zu der Beschreibung der Architektur als ’Mutter aller Künste‘. Der umbaute Raum umfasst buchstäblich (beinahe) unser gesamtes Leben und alles, was damit zusammenhängt. Den technischen Teil der Architektur kann man Werkstoffkundlern und Statikern überlassen.

Der Raum als Kunstwerk

Die Gestaltung der Räumlichkeiten sowohl nach außen in ihrer Bezüglichkeit zur Umgebung und Umwelt, als auch nach innen und ihrer Bezüglichkeit zu den Bauherren, Bewohnern und Nutzern unterliegt höchst komplexen und sich auch wandelnden Erwartungen und kulturellen wie religiösen Prägungen ebenso wie Wechselwirkungen zwischen technischen Notwendigkeiten und finanziell Bewältigbarem. Die hohe Kunst, all das und auch noch ’zukunftsweisende Ästhetik‘ unter einen Hut zu bringen war, ist und bleibt wohl nur wenigen Ausnahmetalenten vorbehalten.

Licht im Raum

Zwar verfügen wir inzwischen über eine überzeugende Theorie zum Licht und im technisch-physikalischen Zusammenhang über nachvollziehbare und (einigermaßen) konsistente wissenschaftliche Erklärungsmodelle, aber Licht bleibt dennoch ein großes, faszinierendes Phänomen mit immer wieder überraschenden Möglichkeiten und Wirkungen. Heute verfügen wir über ein nahezu unerschöpfliches Arsenal an (künstlichen) Lichtquellen und Lenkungsmöglichkeiten. Vom ’simplen‘ Spiegel zu teiltransparenten Folien, Polarisations-filtern bis zu Glasfaser-Lichtleitungen und sogenanntem ’Schwarzlicht‘. Von alters her weiß man, dass das Tageslicht zwar von einer für und verlässlichen Quelle in weitestgehend stabiler Quantität herrührt, die Lichtqualität hier auf der Erde sich für uns aber ununterbrochen verändert. Damit ändert sich nicht nur die ’Lichtfarbe‘ selbst sondern auch die in unmittelbarer Abhängigkeit davon stehenden (subjektiven) Wahrnehmungen von Körperfarben.

Inspirationsquelle Licht

Sämtliche Wände in dem Ursprungsfoto zu diesem Darpanagram sind ’objektiv‘ weiß gestrichen. Lediglich die Rahmen der Lichteintritte sind grün und das Kreissegment rechts oben ist in einem vollkommen einheitlichen Farbton gestrichen. Einzig die ’Unfähigkeit‘ des Fotosensors meiner Kamera, eine dem Sehzentrum unseres Gerhirns (nicht dem Auge!) vorbehaltene Fähigkeit der Farbadaption nachzuahmen ist es zu verdanken, dass ich das Foto so wie hier zu sehen entwickeln und daraus mein Darpanagram aufbauen konnte.
Die Frage nach der ‘Objektivität‘ von Fotografie und unserer visuellen Wahrnehmung sei damit thematisiert und hier gestellt. Sie ist nur von jedem Betrachter -subjektiv- für sich zu beantworten …


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