Tradition und ‚Exklusivität‘ als Marketing

Chopstick Display

Uralt und immer noch gut

Stäbchen als Essbesteck sind nachweislich in der chinesischen Kultur seit über Dreieinhalbtausend Jahre in Gebrauch. Das legt die Vermutung nahe, dass diese Art des Essbestecks zu den scheinbar ’einfachsten‘ vor allem aber ältesten Erfindungen und  Werkzeugen zählt, die Menschen erfunden haben. Weil sie ein so ‘einfaches‘ wie ‘geniales‘ (Ess)Werkzeug sind, werden sie selbst heute noch nahezu unverändert benutzt und hergestellt. Natürlich hat sich bald nach ihrer Erfindung eine Kultur des Differenzierens entwickelt und das Ausgangsmaterial variierte nach Fähigkeit und Ver-Mögen des Eigentümers und/oder Benutzers, nicht zuletzt um seinen ’Status‘ zu demonstrieren. Aus nahezu allen Materialien, aus denen sich Stäbchen in geeigneter Länge, Form und Stabilität herstellen lassen, wurden und werden sie produziert und gehandelt.

Heutzutage sind sie traditionell das am weitesten verbreitete Esswerkzeug im gesamten ostasiatisch-pazifischen Siedlungsraum bis nach Korea und Teilen von Thailand und natürlich gehören sie in sämtlichen ostasiatisch geprägten Sozialgefügen rund um den Globus zu den täglich gebrauchten Utensilien und selbst in ’europäisch‘ geprägten Gesellschaften sind Essstäbchen heute keine ’Exoten‘ mehr.

Die ’Kunst‘ des Präsentierens

Touristen bringen sie gerne von Ostasienreisen in verschiedensten Ausführungen und Preisklassen als Souvenirs oder Geschenke mit. So war es mir nicht verwunderlich in Singapur mehrfach auf Läden zu treffen, die nichts weiter als Essstäbchen zum Kauf anbieten und damit offensichtlich ein durchaus mehr als auskömmliches Einkommen generieren können. Ein Laden, an dem ich mehrmals vorbei kam, war mir besonders aufgefallen wegen seiner Art, ’exquisite‘ Produkte stilvoll zusammenzustellen und zu präsentieren.

’Catch the Eye‘

Mit dieser alten und immer noch wirksamen Grundregel des Marketings lässt sich die Aufmerksamkeit von berufsbedingt ohnehin sehr optisch orientierten Menschen natürlich leicht erregen und gewinnen. Also musste ich einiger solcher Displays fotografieren und als ’Beute‘ mit nach Hause bringen. Jahre später war es von der ’simplen‘ Grundstruktur der Ausgangsaufnahme, ihrer intensiven Monochromie und der feinen Ausdifferenzierung in den Details nicht mehr sehr weit zu diesem Darpanagram.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert