Farben und Emotionen
Wie fast alle ’Weltreligionen’ in ihren Schöpfungsmythen weiß auch die Bibel um die elementare Bedeutung von Licht für menschliches Leben auf dem Planeten Erde. Selbst komplett blinde Menschen sind langfristig auf Licht in ihrer Umgebung angewiesen um überleben zu können.
Ausnahmslos jeder Mensch hat – mehr oder weniger bewusst – die individuelle Erfahrung von Licht als Hoffnungsträger und Dunkelheit als Bedrohung des eigenen Überlebens verinnerlicht und damit auch die Erfahrung sämtlicher ’Zwischentöne‘, also Farben, als Einflussfaktoren für seine Emotionen zu spüren bekommen. Auch wenn die Bedeutung subjektiv sehr unterschiedlich sein mag, sind Farben und ihre Wirkung auf uns Menschen tendenziell ’kollektive‘ Erfahrungen und somit in ihrer gesamten spektralen Bandbreite auch Symbolträger …
Wissenschaft oder/und Intuition
Was im ersten Sekundenbruchteil des Lesens wie ein Widerspruch erscheinen mag, ist in Wirklichkeit nie einer.
Jeder weiß, dass wissenschaftlicher Fortschritt ohne Intuition niemals stattgefunden hätte. Viele haben selbst erfahren, wie hilfreich es ist, ’intuitives Wissen‘ analytisch begründen und stützen und damit wiederholt anwendbar machen zu können.
Beide Aspekte sind für jeden kreativ tätigen Menschen täglich von großer praktischer Bedeutung, auch wenn wir häufig gar nicht darüber nachdenken und uns auf die ’normative Kraft des Faktischen‘, also auf unsere Erfahrung verlassen (können). Darauf begründe ich die These, dass die weit überwiegende Mehrzahl (auch der professionellen und veröffentlichten) Fotos vor allem ’intuitiv‘ entstehen. Nicht zuletzt, weil für ein anderes Vorgehen meist kaum Zeit bleibt. Mit zunehmender Erfahrung wird im Hinblick auf unsere Zielsetzung auch unsere Intuition immer ’besser‘.
Farbe, Licht und Hoffnung
Nach jahrelanger intensiver Beschäftigung mit vielen Fragen rund um alles, was mit Darpanagrafie zu tun hat, beobachte ich an mir selbst, wie mein intuitives Erfassen von Motiven, die ‘gute‘ Ergebnisse zu liefern versprechen, wächst.
Die mich auch in meiner ’Freizeit‘ (gibt es so etwas für Künstler überhaupt?) begleitende Neugierde ließ mich bei diesem Objekt, auf das ich völlig unvorbereitet stieß, zu meiner zweiten ständigen Begleiterin greifen und ’spontan‘ einige Fotos machen. Später, zu Hause, ringe ich in einer mir selbst oft kaum erklärlichen ’intuitiven‘ Mischung von spielerischem Ausprobieren und analytisch-planerischem Vorgehen um ein Ergebnis, von dem ich spüre, dass es meinem Bedürfnis nach Ausdruck, nach Visualisierung meiner Gedanken und dem Streben nach Harmonie ebenso gerecht wird, wie ich mich der Hoffnung folgen lasse, bei den imaginären Betrachtern/-innen meiner Bilder unter anderem auch durch meine Farbwahl sowohl spontanes Wohlgefühl als auch erkenntnisorientierte Neugierde zu wecken.

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