Was ist Kunst … ?
Vielleicht nicht beim Betreten des ’ehrwürdigen‘ Kunsthistorischen Museums in Wien (oder irgendeines anderen Kunstmuseums) aber sehr wahrscheinlich beim Verlassen des Gebäudes einige Stunden später ist -zumindest im Hintergrund- unser Kopf mit der Frage beschäftigt “was ist das eigentlich – Kunst“?
Vermutlich sind die Versuche, den Begriff in eine allgemeingültige Definition zu fassen so alt wie die ’Kunst‘* selbst und so unterschiedlich wie die Standpunkte und Sichtweisen darauf.
So wie sich der Kunstbegriff durch die Jahrhunderte der Geschichte ständig verändert hat, so hat sich auch die Erwartung des Publikums an die Kunst und den/die Künstler/In ständig ebenso verändert wie das Selbstverständnis der Kunstschaffenden.
* heute übliche Definitionsversuche sind in Wörterbüchern, Lexika oder im Internet nachzulesen.
‘Bildende-‘ oder ’bildhafte‘ Kunst?
Kunst bildet und ist ein integraler kreativer wie reflektiver Kulturbestandteil menschlicher Gesellschaften, um sich ’Wirklichkeit‘ anzueignen. So gesehen ist meist, wenn von bildender Kunst die Rede ist, von dem Teil menschlicher Kreativität die Rede, der sich visueller Techniken bedient, um (individuelle oder gesellschaftliche) Prozesse zu verdeutlichen, also (zwei- ebenso wie dreidimensionale) ‘Bilder‘ erzeugt.
Kulturhistorisch kennen wir heute ’Kunstwerke‘, die älter als eine Million Jahre sind, auch wenn es damals ’Kunstwerke‘ und Menschen mit einem solchen Selbstverständnis noch gar nicht gab. Zeitgenössisch bewegen wir uns zwischen dem ’fortschrittlichen‘ Postulat “… jeder ist Künstler“ und seinem populistischen Missbrauch.
Kunst ist die höchste Form von Hoffnung
Diese pointierte Aussage wird dem Maler Gerhard Richter zugeschrieben. Sie kondensiert, was Licht für uns Menschen symbolisiert und ich für mich im ersten und letzten Abschnitt des Textes zu meinem vor einer Woche veröffentlichten Darpanagram zur Beschreibung meines Schaffensprozesses formuliert habe. So ist es durchaus kein Zufall, dass ich ausgerechnet die zentrale Kuppel des Kunsthistorischen Museums in Wien als Ausgangspunkt für mein zweites ’Darpanagram der Woche‘ in diesem noch jungen Jahr mit seiner zunehmenden Lichtfülle wählte.

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