… und nochmals über Licht und seine Qualitäten

Drei Lichtqualitäten in einem Industriegebäude

Licht und Leuchtquellen

Für uns Menschen sichtbares Licht ist als vergleichsweise schmales Segment elektromagnetischer Wellen zu betrachten, für das bestimmte Sinneszellen in der Retina unseres Sehapparats speziell sensibilisiert sind.

Schon unsere Ur-Vorfahren vor den Neandertalern kannten neben der Qualität des Sonnenlichts unterschiedliche Qualitäten des Tageslichts von der Morgendämmerung bis hin zum Mondlicht einer sternklaren Nacht und dem ’Restlicht‘ von Sternen in Neumondnächten oder durch Wolken mehr oder weniger ’verschleierter‘ Sonne oder Mond. Feuer als Lichtquelle war für diese frühen Hominiden, bevor sie es zu kontrollieren lernten, eher eine Bedrohung als etwas Willkommenes.

Heute kennen wir eine kaum mehr überschaubare Zahl unterschiedlichster natürlicher und künstlicher Lichtquellen und können ihre spektrale Zusammensetzung, Strahlungsintensität und deren physikalische Gesetzmäßigkeiten detailreich messen, analysieren, beschreiben und uns nutzbar machen.

Sonnenlicht, Tageslicht, biolumineszente Lebewesen (hauptsächlich im Wasser lebende Organismen mit Selbstleuchtfähigkeiten, aber auch Leuchtkäfer) , biofluoreszente Prozesse (hauptsächlich Fäulnisprozesse und Pilze, sogenannte ’Irrlichter)‘ und alle technisch hergestellten Leuchtmittel mit kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Spektralbereichen (Leuchtstoffröhren oder ’Neonlampen‘) bis hin zu streng monofrequenten Lasern, deren Energiedichte so groß werden kann, dass es möglich ist, physikalisch dichte Materie damit zu zertrennen oder zu zerstören.

Die ’chromatische Adaption

Dieser Fachbegriff beschreibt die Fähigkeit unseres Sehapparats, sich an unterschiedliche ‘Farbtemperaturen‘ selbstregulierend anzupassen und uns so ’weiße‘ und ’neutralgraue‘ Flächen in einem recht großen Toleranzbereich der ‘Lichttemperatur‘ immer (oder nach sehr kurzer Adaptionszeit) ’neutral‘-grau bzw. -weiß erscheinen zu lassen.

Was in der Zeit der analogen Farbfotografie und der Druckvorbereitung ein immerwährendes Thema war und nur mit aufwändigen Messungen und Filterungen, oder sehr viel Erfahrung und Sehtraining einigermaßen beherrschbar war, ist in der digitalen Fototechnik in den unsichtbaren Bereich der Softwaresteuerung entweder in den Aufnahmeapparaten oder der Monitorsteuerung ’verschwunden‘.    

Sichtbarmachen unterschiedlicher ’Lichttemperaturen‘

Während des Aufenthalts in einer Industriehalle löste in mir ein flüchtiger Seitenblick spontan gedankliche Assoziationsketten zum Thema Lichttemperaturen aus und rief mir die gesamte Entwicklungsgeschichte des ’Weißabgleichs‘ in Erinnerung, die ich ja im Laufe meiner ‘Fotografenkarriere‘ quasi ‘live‘ miterlebt und miterfahren habe. Von dem Moment an war es ’nur‘ noch eine Herausforderung, durch die richtige Wahl des Kamerastandpunktes und der Bildbegrenzung, den dreidimensionalen Raum und die unterschiedlichen Lichtquellen in der Bildfläche so zu arrangieren, so dass daraus ein Aufmerksamkeit auf sich ziehendes Darpanagram-Tableau entstehen konnte.


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