Purpur und seine Entwicklungsgeschichte

Die Farbe Lila war von jeher aus vielerlei Gründen eine ’besondere‘ Farbe. In ’reiner‘ Form war sie früher (aus dem Drüsensekret einer im östlichen Mittelmeer beheimateten Salzwasserschnecke, der ‘Purpurschnecke‘) extrem schwer zu gewinnen und der Herstellungsprozess war aufwendig, schwierig und teuer.  Dementsprechend rankten sich um die (’geheimen‘) Rezepturen natürlich auch entsprechende ’Mythen‘. Je nach den bestens gehüteten Verfahren und Beimengungen entstanden kaum vorhersehbare Farbtöne zwischen tiefem Rot bis hin zu Violett. Somit war ’Purpur‘ den Reichen und Mächtigen als Statussymbol vorbehalten.
Das änderte sich erst, als Mitte des 19. Jahrhunderts dem jungen britischen  Chemietalent W.H. Perkin schon als Achtzehnjähriger College-Schüler mehr durch Zufall als durch systematische Forschung bei Versuche mit Anilin die Isolierung eines Farbstoffs gelang,  der wenige Jahre später unter der Bezeichnung “Mauvein“ (angelehnt an die lilafarbene Malvenblüte) in ganz Europa einen Mode-hype auslösen sollte. Der große Vorteil dieses Farbstoffs lag neben seiner geradezu unfassbar billigen Herstellung auch in der Verlässlichkeit und Stabilität der Farbe.

Bedeutungswandel im sozialen Entwicklungsprozess

Als die ’Suffragetten-Bewegung‘ um das Frauenwahlrecht gegen Ende des 19. Jh. (zuerst in England und Frankreich, dann in den USA) zu einem Massenphänomen wird, wählen die Aktivistinnen sehr bewusst u.a. die Farbe Lila zu ihrem Erkennungsmerkmal.

Rund 80 Jahre später greift die Afroamerikanische Schriftstellerin Alice Walker mit dem Titel “The Color Purple“, ihrer (Bestseller) Erzählung über die leidvolle Befreiungsgeschichte einer Frau in den Südstaaten der USA,. dieses inzwischen gewandelte und vielschichtige Symbol wieder auf. Bis heute populär ist es geblieben, seit Steven  Spielberg  Walkers Roman 1985, sehr prominent besetzt, verfilmte.

Assoziationen und Hooks

Diese Assoziationen löste eine Objekt in mir aus, auf das ich – völlig unvorbereitet –  bei meinem Besuch einer Ausstellungshalle in dem Kunst- und Kreativzentrum ’Alte Baumwollspinnerei‘ in Leipzig stieß. Leider habe ich den Namen des/der Künstler/in nicht notiert und kann ihn nicht erinnern.
Die Schlichtheit des Konzepts und gleichzeitig die wuchtige Präsenz des Objekts haben mich aber vom ersten Augen-Blick an fasziniert und mich geradezu ’zwanghaft‘ dazu verpflichtet, es als Ausgangsmaterial für ein ‘bizarres‘, vielschichtiges und nuancenreiches Darpanagram zu fotografieren …

… und dabei weiß ich gar nicht, ob das, was die Begegnung mit dem Objekt in mir ausgelöst hat, irgendetwas mit dem ’Anker‘ zu tun hat, den der/die Künstler/in Leipzig absichtsvoll auslegte.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert