Ausstellungshalle mit Treppe

Die Ziffer Neun in Algebra, Geometrie und Mythologie

Die Zahl 9 nimmt sowohl in der Mathematik als auch in der Geometrie ebenso wie in der Zahlenmystik von alters her in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung ein. So ist beispielsweise die 9 die kleinste natürliche ungerade Quadratzahl oberhalb der 1. Mit der Ziffer Neun beginnt von der Wortwurzel her das Neue und im ursprünglichen lateinischen Kalender war der November der neunte Monat des Jahres. Schon im alten Ägypten kannte man die Sonderstellung der 9 in der Mathematik und so war sie auch damals schon in der Mythologie fest verankertes ’Geheimwissen‘. Durch alle Jahrhunderte hindurch zieht sich die ’Spur‘ der Mystik, die sich um die Ziffer 9 rankt, und die in beinahe allen Religionen und gesellschaftlichen Traditionen fast immer auf die Quadratur der göttlichen Trinität zurückgeführt werden kann. Auch in vielen psychologischen Konzepten findet sie bis heute ihren Niederschlag.

Das Enneagramm (der altgriechische Begriff für das Neuneck) spielt auch heute noch in beinahe allen Glaubenssystemen eine herausragende Rolle.

Viele Belege dafür lassen sich für alle Interessierten leicht recherchieren.

Raum, Fläche, Gedanke und Wahrnehmung

In einer künstlerischen Entwicklungsphase, in der meine Gedanken um die Beziehung des dreidimensionalen Raums zu seiner Abbildung in der Fläche kreisten und mich Fragen um die Akzentuierung von Farbe in ihrer Umgebung beschäftigten, stieß ich unvermittelt auf dieses Motiv. Die Symbolik der auf ihre grafische Wirkung reduzierten Treppe war mir sofort bewusst.

Ich brauchte für diese Aufnahme nichts weiter zu arrangieren, lediglich den ’richtigen‘ Kamerastandpunkt finden und in dem gut besuchten Ausstellungsraum den günstigen Moment abwarten, um meine Bildidee in den ’Kasten‘ zu bekommen.
Immer wieder bin ich überrascht, wenn ich an mir selbst gewahr werde, wie sehr meine Gedanken meine Sicht auf die Dinge priorisieren oder auch umgekehrt, wie sehr mich ’spontane‘ Sinneseindrücke gedanklich beschäftigen können.
Im Umkehrschluss frage ich mich in solchen Situationen häufig auch, was ich alles an Schönheit nicht sehe, wenn ich gedanklich auf gewisse Themen ’fixiert‘ bin?

Symbolik und Reduktion

Schon bevor ich mich an die Arbeit machte, aus diesem Ursprungsbild ein Darpanagram zu entwickeln war mir klar, dass ich auf eine Neunfachteilung aufbauen wollte. Die Reduktion auf das ’Wesentliche‘ wollte ich in das Darpanagram möglichst übernehmen, ohne die Symbolkraft und Klarheit aber auch die Vielschichtigkeit der Symbolgehalte und ihre komplexen Beziehungen untereinander aus dem Auge zu verlieren …


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