Die Treppe zum Erfolg

Fortbildungszentrum

Die Situation

Die Überraschung war perfekt.  Wenige Minuten vor dem Beginn eines Treffens kamen wir vor dem Gebäude zusammen und betraten als kleine Gruppe das Foyer des Fortbildungszentrums, um dem Wegweiser zum Veranstaltungsraum zu folgen. Schon nach wenigen Schritten musste ich unvermittelt stehen bleiben und nach meiner Kamera greifen, die ich am Schulterriemen auslösebereit bei mir trug. Die Tragekonstruktion der Wendeltreppe aus dunkelgrau gestrichenem Stahl und die mit rotem Teppich belegten Treppenstufen bildeten mit dem Schattenwurf der Morgensonne und der Glasfassade eine Struktur, die sich als Fotomotiv mir geradezu aufdrängt.  

Inhalt und Symbolik

Im selben Moment erfasste ich nicht nur das Motiv. Wir befanden uns in einem beruflichen Fortbildungszentrum. Der rote Teppich war ausgelegt und führte in die ’höheren Etagen‘. War das vom Architekten oder vom Raumgestalter so gemeint und beabsichtigt oder war es ’Zufall‘?
Die Symbolik des Bildes jedenfalls war so offensichtlich, dass ich nicht umhin konnte, auf den Auslöser meiner Kamera zu drücken. Der elegante Schwung der Wendeltreppe und die übrigen Strukturen im Motiv bildeten mir einen willkommenen formalen Widerspruch, den ich in meinem Darpanagram herausarbeiten wollte.

Der Verarbeitungsprozess

Erst Tage später fand ich zu Hause ein Zeitfenster groß genug, um mir die Auswertung des Wochenendes vorzunehmen.  Nach dem Feinschliff im Übergang vom RAW-Format zum druckbaren Bild stellte sich mir die Herausforderung, ein Darpanagramm aus dem Foto der Wendeltreppe zu entwickeln als größer dar, als erwartet. Nach der Festlegung der Winkel für das Bildsegment, das mir als Grundbaustein der Struktur dienen sollte, stieß ich immer wieder an Grenzen, wo die Spiegelachsen meinen Vorstellungen und Erwartungen nicht entsprechen wollten. So brauchte ich zahlreiche Anläufe, bis sich eine Lösung abzeichnete, die geometrisch realisierbar war und gleichzeitig meinen Ansprüchen an Spannung und Harmonie aller Bildelemente, auf die es mir ankam, gerecht werden konnte.

Wann ist ein Bild ’fertig‘?

Da der Weg das Ziel ist, ist jedes Bild ’nur‘ ein Zwischenschritt in einem fortlaufenden Prozesse. Die Frage, wann ein Bild fertig ist, stellt sich jedem Künstler bei jedem Werk neu.
Zwar habe ich es auch schon – selten – erlebt, dass ich im Akt des kreativen Schaffens an einen Punkt komme, an dem ich mit dem Werk buchstäblich ‘zu-Frieden‘ bin, meist aber eröffnen sich im Schaffen immer wieder neue Möglichkeiten und Wege, die sich nicht alle in einem Bild realisieren lassen. Zu spüren, wann es ’genug‘ ist, stößt immer die Türe zum nächsten Werk auf.

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